Eigentlich hatte ich das (ziemlich preiswerte) Nokia Lumia 620 lediglich als Testgerät gedacht, um im Bereich Mobile Web Frontend Entwicklung auch ein aktuelles Windows Phone 8 Gerät zum testen in unserem Device-Lab zu haben. Und jedes neue Gerät benutze ich eine Zeit lang als persönliches Hauptgerät, um mich mit den Besonderheiten von Betriebssystem, Hardware und speziell dem Default Browser – hier die mobile Version des IE10 – und der daraus entstehenden Benutzbarkeit des (mobilen) Internet vertraut zu machen.
Abgesehen davon, dass sich das Gerät sehr gut anfühlt, ist vor allem das Betriebssystem sehr modern, performant und, wie ich finde, echt gut durchdacht. Da hat jemand die Konkurrenz studiert (wohl studieren müssen) und ein paar Sachen sehr richtig gemacht. Und ich bin nun wirklich kein Microsoft Fanboy oder so was. Übrigens klappt die Kombination Mac/iTunes und WP8 dank der entsprechenden kostenfreien App dazu recht gut – kein Vergleich zur Situation mit dem Android Teil, was ich zuletzt im täglichen Einsatz hatte.
OK, alles schön und gut, aber Mobile Web Entwicklung ist eigentlich hier das Thema… Erste Tests diverser Seiten lieferten rundum gute Ergebnisse. Ein paar Sachen sind – natürlich – ziemlich Webkit-lastig entwickelt worden in den ersten Jahren der Smartphone-Welle. Vor allem so touch-drag Kram geht oft nicht. Einige Seiten mit HTTP-Header basierter Device-Detection haben ihre Gerätematrix wohl noch nicht aktualisiert.
Aber das HTML5 und CSS Rendering des IE10 ist sehr prima, ebenso die Systemschriften und die Performance sowieso (auch in Sachen JavaScript).
Ein Pendant zum apple-touch-icon.png, um eine Website ala iOS/Android auf den Homescreen zu pinnen, gibt es hier so nicht, aber das erklärt sich eben aus dem Konzept des Betriebssystems bzw. wie hier der Homescreen funktioniert. Hier wird entweder automatisch ein Screenshot der Seite zu einem sog. Tile gemacht, oder aber, man kann “Live-Tiles” (in JS) bereitstellen, wo dieses Tile-HomeIcon-Shortcut (wie soll man’s nennen) auch dynamisch Infos der Seite ziehen kann. Hier eine Anleitung dazu.
Dennoch gibt es natürlich noch einiges zu erforschen:
- Genaue Angabe der installierten Schriften
- Sripting Besonderheiten (Event Modell und so)
- Multimedia im Detail
- …
OK, das war jetzt alles eher allgemein gehalten. Mein Fazit nach zwei Wochen WP8 / mobile IE10 ist aber das, dass man als Web Frontendler diese Plattform in naher Zukunft nicht mehr nur als exotische “nice-to-have” Nischenplattform wird links liegen lassen können. Die ersten sehr tollen Webkit-Jahre haben uns ein wenig in die – im Desktop-Web längst überwundenen - “optimiert für IE bei 1024 Breite” artigen Situation gebracht. Weniger Webkit-spezifische Entwicklung, mehr Web-Standards wären in aller Interesse angesagt.
Ich wünsche dieser mobilen Plattform (wie auch den anderen neuen Playern, Firefox OS, Ubuntu Mobile, etc) jedenfalls alles Gute. Es bleibt spannend in der Welt des Mobile Web…
Das Verfahren ist denkbar simpel: Der Besucher ruft entweder von seinem Handy aus eine Festnetznummer an – in Zeiten von Festnetzflatrates unproblematisch – und lässt sich so leiten, oder er ruft eine simple mobil optimierte Website auf, wo er pro Station seines Rundganges per Klick entweder eine MP3-Datei abruft, oder eine verlinkte Telefonnummer anruft. Je nach persönlicher Situation oder Netzauslastung kann das eine oder das andere sinnvoller sein… All das wird auf Schildern bzw. in vor Ort verteilten Flyern sehr klar verständlich kommuniziert.